Fahrzeuglampenbegutachtung - die Praxis |
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4. Beispiele aus der Praxis:
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Kriterien für die Begutachtung von Fahrzeuglampen |
Bild 20 : Zugfestigkeit von Wolframdraht in Abhängigkeit von der Betriebstemperatur der Wendel (schematisch) |
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Mit zunehmender Glühdauer tritt innerhalb des Werkstoffgefüges Rekristallisation ein. Die Kristalle vergrößern sich in Abhängigkeit der Glühdauer stark. Dadurch vermindert sich die Festigkeit des Werkstoffes. Außerdem wird die Verformungsfähigkeit im kalten Zustand erheblich herabgesetzt. |
Bild 21 : Abnahme der Zugfestigkeit mit der Werkstoffalterung (schematisch) |
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Bild 22 : Temperaturverteilung entlang einer Glühwendel (schematisch) |
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Sie kann bis auf 1/10 oder weniger der ursprünglichen Werte absinken. Gleichzeitig mit dieser Verminderung der Bruchfestigkeit steigt der Versprödungsgrad des Werkstoffs bedingt durch die Grobkornbildung im Gefüge an. |
Bild 23 : Temperaturverhalten der Fahrlichtwendel einer 12V 45/40 W Lampe beim Einschalten (A) und nach dem Ausschalten (B). |
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Wird eine glühende Wendel einer sehr starken Erschütterung ausgesetzt, können durch die auftretenden Beschleunigungen so hohe Kräfte entstehen, dass plastische Verformungen an der heissen Wendel zu beobachten sind. Untersuchungen haben ergeben, dass hierfür Beschleunigungen bzw. Verzögerungen von über 400 g erforderlich sind. Derartige Spitzenverzögerungen werden im allgemeinen nur dann erreicht, wenn ein heftiger Anstoss unmittelbar im Bereich des Scheinwerfers bzw. der zu untersuchenden Lampe erfolgt ist. Um den Brennzustand einer Lampe mit unzerstörtem Glaskolben beurteilen zu können, ist es deshalb notwendig, Kenntnisse über die Stärke des Stosses zu haben, welcher auf die Lampe eingewirkt hat. Die Stärke des Anstosses lässt sich am besten durch die Besichtigung des Fahrzeuges selbst oder über eine Aufnahme vom beschädigten Fahrzeug abschätzen, (Bild 24, 25). |
Bild 24 Wendel der linken Schlußlichtlampe des auf Bild 25 abgebildeten Pkw. Die Wendel wurde im glühenden Zustand aufgrund der Erschütterung erheblich plastisch verformt. An der Schlußlichtwendel rechts wären bei der hier vorliegenden Anstoßbeschädigung nicht unbedingt plastische Verformungen an einer glühenden Wendel zu erwarten. |
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Bild 25 : Anstossbeschädigung am Pkw, zu Bild 24 |
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Verformung und Rekristallisationsgrad |
Bild 26a : Im kalten Zustand nahezu unverformt herausgebrochene Wendel einer Blinklichtlampe. Die Lampe war im direkten Anstossbereich eingebaut. Auch wenn der Anstoss gerade in der Dunkelphase erfolgte, ist die Aussage „nicht gebrannt" möglich. Blinker haben eine vorgeschriebene Frequenz von 90 ± 30 1/min. Bei gleichlanger Hell- und Dunkelphase hat die Wendel eine maximale Abkühlzeit von 0,5 s. Sie befindet sich danach immer noch im Zustand der Weissglut, also in einem Bereich, in welchem immer noch plastische Verformungen an der Wendel entstehen, ein starker Anstoss vorausgesetzt. |
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Bild 26b |
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Im heissen Zustand und unter der Einwirkung aussergewöhnlich starker Erschütterungen verformen sich Wendeln von Fahrzeuglampen stark plastisch. Es treten Durchbiegungen, Aufziehungen und Windungsverschiebungen auf, (Bild 27, 28, 29). |
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Bild 27 : Stark deformierte Glühwendel einer H 4Scheinwerferlampe. Da beide Wendeln plastisch verformt sind, muss kurz vor oder während des Unfallgeschehens eine Umschaltung von Fern- auf Abblendlicht oder umgekehrt erfolgt sein. Möglicherweise wurde auch die Lichthupe betätigt. |
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Bild 29 : Ausschnitt aus Bild 27, Fernlichtwendel vergrössert |
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Oxidationsmerkmale |
Bild 30 : Anlauffarben auf der Drahtoberfläche der Abblendlichtwendel einer Scheinwerferlampe |
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Bild 31 : Anlauffarben auf der Rückseite der Abblendkappe einer Scheinwerferlampe. |
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Glasanschmelzungen |
Bild 33 : Stark verformte Abblendlichtwendel einer Scheinwerferlampe mit Glasanschmelzungen an der Drahtoberfläche |
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Bild 34 : Glasteilchen mit einem Durchmesser von teilweise weniger als 10 mm, die an der Oberfläche einer Glühwendel angeschmolzen sind. |
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Bild 35 : Lose auf der Oberfläche einer Wendel haftendes Glasteilchen. Die Länge des Teilchens beträgt ca. 6 mm. Das Glas ist nicht geschmolzen. |
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